Bürsten für Solarmodule – Welche Härtegrade sind sicher? Materialien, Borstenstärken und was die Beschichtung nicht beschädigt

Sie haben sich eine Reinigungsbürste für Ihre Solarmodule gekauft – und jetzt sind feine Kratzer auf dem Glas. Ein Albtraum für jeden PV-Anlagenbesitzer. Das Problem: Nicht jede Bürste, die als „geeignet für Solar“ verkauft wird, ist wirklich sicher für die empfindliche Modul Oberfläche. Die falsche Borstenhärte, ungeeignete Materialien oder zu starre Borsten können die Antireflexbeschichtung dauerhaft beschädigen und Ihren Ertrag langfristig mindern.

Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen treffen Sie eine sichere Wahl. In diesem Artikel erfahren Sie genau, welche Härtegrade, Materialien und Borstenstärken für Solarmodule geeignet sind – und welche Sie unbedingt meiden sollten. Sie lernen die Unterschiede zwischen Naturborsten und Kunstfasern kennen, verstehen die Bedeutung der Mohs-Härte und erhalten konkrete Auswahlkriterien für verschiedene Anlagentypen.

Lesen Sie weiter und schützen Sie Ihre wertvolle Investition vor irreversiblen Schäden – während Sie gleichzeitig maximale Reinigungsleistung erzielen.

Warum die richtige Bürste entscheidend ist: Was auf dem Spiel steht

Solarmodule sind keine gewöhnlichen Glasscheiben. Sie verfügen über hochspezialisierte Oberflächenbeschichtungen, die empfindlicher sind als die meisten Menschen vermuten.

Die unsichtbare Antireflexbeschichtung

Moderne Solarmodule besitzen eine hauchdünne Antireflexschicht (AR-coating), meist aus Siliziumdioxid oder Titanoxid. Diese Nanobeschichtung reduziert Lichtreflexionen von 8% auf unter 2% – ein enormer Unterschied für den Ertrag. Das Problem: Diese Schicht ist nur wenige Mikrometer dick und kann durch mechanische Beanspruchung abgetragen werden.

Was passiert bei der Beschädigung?

  • Erhöhte Reflexion = weniger Licht erreicht die Solarzellen
  • Raue Oberflächen sammeln schneller Schmutz
  • Mikrokratzer bilden Angriffspunkte für Feuchtigkeit und Korrosion
  • Ertragsverluste von 3-7% sind dauerhaft – und irreversibel

Kratzer kosten bares Geld

Ein 8-kWp-Dachsystem produziert etwa 8.000 kWh pro Jahr. Bei nur 5% Ertragsverlust durch Kratzer verlieren Sie:

  • 400 kWh jährlich
  • Bei 0,30 €/kWh = 120 € pro Jahr
  • Über 20 Jahre Modullebenszeit = 2.400 € Verlust

Eine hochwertige Bürste kostet 40-80 Euro – die falsche Bürste kostet Sie das 30-fache.

Herstellergarantie in Gefahr

Die meisten Modulhersteller schließen mechanische Beschädigungen von der Garantie aus. Kratzer durch ungeeignete Reinigungswerkzeuge gelten als unsachgemäße Behandlung – selbst wenn die Verpackung „geeignet für Solar“ verspricht.

Materialkunde: Welche Borsten sind für Solarmodule sicher?

Nicht alle Bürstenmaterialien sind gleich geschaffen. Hier die wissenschaftlich fundierte Übersicht:

Naturborsten – Die sanfte Alternative

Tierhaare (Pferd, Ziege, Schwein):

  • Mohs-Härte: 2,5-3 (deutlich weicher als Glas mit 5,5-6)
  • Vorteile: Sehr schonend, natürliche Spitzen-Splitting erhöht Reinigungsfläche, antistatisch
  • Nachteile: Saugen sich mit Wasser voll (werden schwerer), kürzere Lebensdauer, empfindlich gegen UV-Strahlung
  • Geeignet für: Regelmäßige Unterhaltsreinigung, leichte Verschmutzungen, historische oder besonders empfindliche Module

Wichtig: Naturborsten niemals auf trockenen Modulen verwenden – die Haare können bei Trockenheit spröde werden und dann doch kratzen.

Kunstfasern – Der moderne Standard

Weiche Polyester-Borsten:

  • Mohs-Härte: 1,5-2
  • Vorteile: Konstante Festigkeit auch nass, UV-beständig, langlebig, formstabil
  • Nachteile: Können sich elektrostatisch aufladen (zieht Staub an)
  • Geeignet für: Standard Reinigung aller Modultypen, ganzjährige Nutzung

PBT (Polybutylenterephthalat):

  • Mohs-Härte: 2-2,5
  • Vorteile: Extrem chemikalienbeständig, keine Wasseraufnahme, sehr langlebig
  • Nachteile: Etwas teurer als Standard-Polyester
  • Geeignet für: Professionelle Anwendung, intensive Reinigung, gewerbliche Anlagen

Nylon-Borsten:

  • Mohs-Härte: 2,5-3,5 (je nach Typ)
  • ACHTUNG: Nur spezielle Solar-Nylon-Borsten verwenden! Standard-Nylon kann zu hart sein
  • Vorteile: Gute Reinigungskraft, robust
  • Nachteile: Bei minderer Qualität Kratzgefahr
  • Geeignet für: Nur wenn explizit für Solarmodule zertifiziert

Was Sie vermeiden müssen

Niemals verwenden:

  • Stahlborsten/Drahtbürsten: Mohs-Härte 4-5 – garantierte Kratzer!
  • Harte Kunststoffborsten (z.B. billige Schrubber): Oft zu steif
  • Scheuerschwämme mit Scheuerseite: Schleifpartikel zerstören Beschichtung
  • Mikrofasertücher minderer Qualität: Können Sand einschließen, der dann wie Schleifpapier wirkt

Härtegrade verstehen: Die Mohs-Skala für Solarmodule

Die Mohs-Härte entscheidet darüber, ob ein Material ein anderes zerkratzen kann. Ein Material kann nur dann kratzen, wenn es härter ist als die zu reinigende Oberfläche.

Die relevanten Werte im Überblick

MaterialMohs-HärteSicher für Solar?
Weiche Polyester-Borsten1,5-2✅ Ja
Naturhaar (Pferd/Ziege)2,5-3✅ Ja
PBT-Borsten2-2,5✅ Ja
Standard-Nylon2,5-3,5⚠️ Nur Solar-zertifiziert
Solarglas (gehärtet)5,5-6Referenzwert
Sand/Quarzsand7❌ Nein – verursacht Kratzer!
Stahlborsten4-5❌ Nein – zu hart!

Die 2-Mohs-Regel

Faustregel: Die Bürste sollte mindestens 2-3 Mohs-Härtegrade weicher sein als das Solarglas. Bei Glas mit Härte 5,5-6 bedeutet das: Borsten maximal 3-3,5 Mohs-Härte.

Warum dieser Sicherheitsabstand? Auf Modulen haften oft feine Sandpartikel (Mohshärte 7!). Wenn Sie mit einer zu harten Bürste über diese Partikel reiben, werden sie in die Glasoberfläche gepresst und verursachen Mikrokratzer.

Borstenlänge und -dichte: Optimale Konfiguration für Solarmodule

Die Härte allein genügt nicht – auch Geometrie und Anordnung sind entscheidend.

Borstenlänge: Flexibilität vs. Reinigungskraft

Kurze Borsten (15-25 mm):

  • ✅ Höhere Reinigungskraft bei hartnäckigen Verschmutzungen
  • ❌ Weniger flexibel – höheres Kratzrisiko bei ungleichmäßigem Druck
  • Einsatz: Professionelle Anwendung, ebene Großflächen

Mittlere Borsten (30-45 mm):

  • ✅ Optimale Balance zwischen Reinigungskraft und Flexibilität
  • ✅ Passen sich Modulrahmen-Kanten an
  • Einsatz: Standard für private und gewerbliche Anlagen – die beste Wahl!

Lange Borsten (50-70 mm):

  • ✅ Maximum an Flexibilität und Schonung
  • ❌ Geringere Reinigungskraft bei hartnäckigem Schmutz
  • Einsatz: Sehr empfindliche oder strukturierte Oberflächen

Borstendichte: Viel hilft viel?

Hohe Dichte (>200 Borsten/cm²):

  • ✅ Sanftere Reinigung durch Druckverteilung
  • ✅ Bessere Flächenabdeckung
  • ❌ Schwerer, mühsamer bei großen Flächen

Mittlere Dichte (100-200 Borsten/cm²):

  • ✅ Gutes Verhältnis von Reinigungskraft und Gewicht
  • ✅ Wasser und Reinigungsmittel erreichen besser die Oberfläche
  • Empfohlen für: Die meisten Anwendungen

Niedrige Dichte (<100 Borsten/cm²):

  • ❌ Zu hoher Punktdruck – Kratzgefahr!
  • Nur akzeptabel: Bei sehr weichen, langen Naturborsten

Bürstenformen: Welche passt zu Ihrer Anlage?

Die Form der Bürste beeinflusst den Arbeitskomfort und das Reinigungsergebnis erheblich.

Flachbürsten (rechteckig)

Abmessungen: Typisch 25-35 cm breit

  • ✅ Große Fläche = schnelle Reinigung
  • ✅ Ideal für ebene Modulfelder
  • ❌ Ecken und Rahmen schwieriger zu erreichen
  • Beste Wahl für: Dachaufdach-Anlagen mit vielen Modulen

Konische Bürsten (trapezförmig)

Besonderheit: Schmale Spitze für Ecken

  • ✅ Vielseitig – Fläche und Details
  • ✅ Rahmen lassen sich besser reinigen
  • Beste Wahl für: Balkonkraftwerke, kleine Anlagen (2-6 Module)

Rund-/Tellerborsten

Durchmesser: Meist 20-30 cm

  • ✅ Gleichmäßiger Rundumkontakt
  • ✅ Gut für strukturierte Oberflächen
  • ❌ Langsamer bei großen Flächen
  • Beste Wahl für: Spezialanwendungen, gewölbte Module

Winkelbürsten (abgewinkelt)

Winkel: 15-30° abgewinkelt

  • ✅ Ergonomischer – weniger Rückenbeugen
  • ✅ Bessere Sicht auf gereinigte Fläche
  • Beste Wahl für: Flachdachanlagen mit niedrigem Neigungswinkel

Teleskopstangen: Die unterschätzte Komponente

Die beste Bürste nützt nichts, wenn die Teleskopstange für Probleme sorgt.

Material der Teleskopstange

Aluminium:

  • ✅ Leicht (800-1200g für 4 m-Stange)
  • ✅ Rostfrei
  • ❌ Kann bei Sonneneinstrahlung heiß werden
  • Empfohlen für: Die meisten Anwendungen

Carbon/Glasfaser:

  • ✅ Sehr leicht (500-900g)
  • ✅ Hohe Stabilität
  • ❌ Deutlich teurer
  • Empfohlen für: Professionelle Nutzung, sehr große Anlagen

Kunststoff (verstärkt):

  • ✅ Günstig
  • ❌ Weniger stabil, kann durchbiegen
  • Nur geeignet für: Gelegentliche Nutzung, kleine Flächen

Länge und Segmente

Empfohlene Mindestlänge nach Anlagentyp:

  • Balkonkraftwerk: 2-3 m (oft ausreichend ohne Teleskop)
  • Einfamilienhaus Schrägdach: 4-6 m
  • Flachdach-Anlage: 3-4 m
  • Gewerbeanlage: 6-8 m

Anzahl Segmente: 3-4 Segmente sind optimal. Mehr Segmente = mehr Schwachstellen und Wackeln.

Bürstenkopf-Befestigung

  • Click-System: Schnell, aber manchmal wackelig
  • Schraubsystem: Stabil, aber langsamer beim Wechsel
  • Bajonett-Verschluss: Beste Balance – empfohlen!

Spezialfall: Reinigung von rahmenlosen und bifazialen Modulen

Moderne Modultypen stellen besondere Anforderungen an die Bürste.

Rahmenlose Module (Glas-Glas)

Diese Module haben keine Aluminiumrahmen – Glas reicht bis zur Kante.

Besondere Anforderungen:

  • Keine scharfen Kanten an der Bürste (könnten Glaskanten beschädigen)
  • Vorsicht beim Übergang zwischen Modulen
  • Weiche Borsten sind hier noch wichtiger

Empfehlung: Bürsten mit abgerundeten Ecken oder Schutzkante aus Gummi verwenden.

Bifaziale Module (beidseitig aktiv)

Produzieren Strom auch auf der Rückseite – beide Seiten müssen gereinigt werden.

Herausforderung:

  • Rückseite oft schwieriger zugänglich
  • Doppelter Reinigungsaufwand
  • Unterkonstruktion darf nicht zerkratzt werden

Lösung: Schwenkbare Bürstenköpfe oder zweiseitige Bürstensysteme verwenden.

Reinigungstechnik: So setzen Sie die Bürste richtig ein

Selbst die beste Bürste kann Schaden anrichten, wenn Sie falsch verwendet wird.

Die richtige Druckausübung

Faustregel: Die Bürste sollte durch ihr Eigengewicht plus Teleskopstange ausreichend Druck erzeugen. Zusätzliches Andrücken ist selten nötig.

Test:

  1. Legen Sie die Bürste auf die trockene Handfläche
  2. Der Druck sollte spürbar, aber nicht schmerzhaft sein
  3. Genau dieser Druck ist ideal für Module

Vermeiden Sie:

  • Starkes Aufdrücken bei hartnäckigem Schmutz → Lieber Einweichzeit verlängern
  • Ruckartige Bewegungen → Gleichmäßige, fließende Bahnen
  • Hin-und-her-Schrubben auf einer Stelle → Überlappende Bahnen von oben nach unten

Bewegungsmuster für optimale Ergebnisse

Standard-Technik (von oben nach unten):

  1. Beginnen Sie am oberen Modulrand
  2. Ziehen Sie die Bürste in geraden, überlappenden Bahnen nach unten
  3. Jede Bahn überlappt die vorherige um 30-40%
  4. Rhythmisch und gleichmäßig arbeiten

Kreismuster (nur bei punktuellen Verschmutzungen):

  • Sanfte, große Kreisbewegungen um den Fleck
  • Von außen nach innen arbeiten
  • Nur bei vorheriger Einweichzeit!

Trocken oder nass?

Niemals trocken bürsten! Selbst weichste Borsten können auf trockenem Glas mit anhaftendem Sand Kratzer verursachen.

Immer mit reichlich Wasser/Reinigungslösung:

  1. Modul zunächst gründlich vorspülen
  2. Reinigungslösung auftragen
  3. Einwirken lassen (5-10 Minuten)
  4. Erst dann mit Bürste arbeiten

Pflege und Wartung Ihrer Solarmodul-Bürste

Eine gepflegte Bürste reinigt besser und länger – und schützt Ihre Module.

Nach jeder Nutzung

  1. Gründlich ausspülen: Alle Schmutzpartikel entfernen – besonders Sand!
  2. Auf Beschädigungen prüfen: Abgeknickte, verhärtete oder lose Borsten entfernen
  3. Kopfüber trocknen lassen: Verhindert Schimmelbildung bei Naturborsten
  4. Nicht in praller Sonne lagern: UV-Strahlung macht Borsten spröde

Monatliche Inspektion

  • Borsten ausstreichen: Mit den Fingern durchkämmen, Fremdkörper entfernen
  • Bürstenkopf-Befestigung prüfen: Sitzt die Bürste noch fest auf der Teleskopstange?
  • Auf Verfärbungen achten: Grüne/schwarze Flecken = Algen/Schimmel → Bürste entsorgen

Wann ist ein Austausch fällig?

Ersetzen Sie die Bürste, wenn:

  • Borsten ungleichmäßig abgenutzt sind (>30% Längendifferenz)
  • Borsten verhärtet oder spröde geworden sind
  • Mehr als 20% der Borsten fehlen
  • Verfärbungen trotz Reinigung bleiben

Lebensdauer:

  • Privatnutzung (2-4x/Jahr): 3-5 Jahre
  • Intensive Nutzung (monatlich): 1-2 Jahre
  • Professionelle Nutzung: 6-12 Monate

Die häufigsten Fehler bei der Bürsten Wahl – und wie Sie sie vermeiden

Aus der Praxis für die Praxis – diese Fehler sind teuer:

Fehler 1: „Günstig ist gut genug“

Das Problem: No-Name-Bürsten für 15-20 Euro verwenden oft minderwertige Kunststoffe mit unbekannter Härte. Die Qualitätskontrolle fehlt – einzelne Borsten können zu hart sein.

Die Lösung: Investieren Sie in Markenprodukte mit Zertifizierung (TÜV, Solar-Herstellerfreigaben). 50-80 Euro sind angemessen für eine hochwertige Bürste.

Fehler 2: Allzweck-Bürsten zweckentfremden

Das Problem: „Die Autobürste geht doch auch“ – Nein! Autolacke sind deutlich härter als Solarglasbeschichtungen. Auto-Bürsten sind oft zu steif.

Die Lösung: Nur Bürsten verwenden, die explizit für Solarmodule oder sehr empfindliche Glasflächen ausgewiesen sind.

Fehler 3: Borsten-Material ignorieren

Das Problem: Auf der Packung steht „weich“ – aber welches Material? Standard-Nylon kann je nach Typ zu hart sein.

Die Lösung: Achten Sie auf genaue Materialangaben: „Weiches Polyester“, „PBT-Solar-Borsten“ oder „Naturhaar Ziege“. Allgemeine Begriffe wie „Soft-Borsten“ sind zu vage.

Fehler 4: Zu kleine Bürste für große Flächen

Das Problem: Mit 15-cm-Bürsten eine 40-m²-Anlage reinigen = Tortur und erhöhtes Fehlerrisiko durch Ermüdung.

Die Lösung: Wählen Sie die Bürstengröße passend zur Anlagengröße:

  • Bis 5 m²: 20-25 cm Breite
  • 5-20 m²: 30-35 cm Breite
  • Über 20 m²: 40-45 cm Breite oder professionelle Rotationsbürsten

Fehler 5: Teleskopstange zu kurz

Das Problem: Sie müssen sich gefährlich weit vorbeugen oder aufs Dach klettern, obwohl eine längere Stange reichen würde.

Die Lösung: Messen Sie die Distanz vom sicheren Standpunkt zum entferntesten Modul Punkt + 1 Meter Reserve. Besser 1 Meter zu lang als 30 cm zu kurz!

Checkliste für die perfekte Solarmodul-Bürste

Nutzen Sie diese Checkliste beim Kauf:

Basis-Anforderungen (Pflicht)

  • ✅ Borsten-Material angegeben (Polyester, PBT, Naturhaar)
  • ✅ Härteangabe oder „Solar-zertifiziert“-Siegel
  • ✅ Borstenlänge 30-45 mm (Standard) oder begründete Alternative
  • ✅ Verarbeitung: Keine losen Borsten beim Ausstreichen
  • ✅ Kompatibel mit gängigen Teleskopsystemen

Qualitäts-Merkmale (stark empfohlen)

  • ✅ Herstellergarantie mindestens 12 Monate
  • ✅ Ergonomischer Griff (wenn Handführung vorgesehen)
  • ✅ Abgerundete Bürstenkanten (schützt Modulrahmen)
  • ✅ UV-beständiges Material
  • ✅ Positive Kundenbewertungen speziell für Solar-Nutzung

Profi-Features (nice to have)

  • ✅ Wasserdurchlauf-Option (integrierter Schlauch-Anschluss)
  • ✅ Schwenkbarer Bürstenkopf (45-90°)
  • ✅ Austauschbare Bürstenköpfe
  • ✅ Geringes Gewicht (<300g für Bürstenkopf)

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Bürsten für Solarmodule

Kann ich normale Fensterputz-Bürsten für Solarmodule verwenden?

Nein, davon raten wir ab. Fensterputz-Bürsten sind oft für robusteres Normalglas konzipiert und können zu hart für die empfindliche Antireflexbeschichtung von Solarmodulen sein. Außerdem verfügen Fenster-Bürsten häufig über Gummilippen, die bei falscher Anwendung Schmutzpartikel über das Glas ziehen können. Investieren Sie in eine speziell für Photovoltaik entwickelte Bürste.

Sind Naturborsten besser als Kunstfaser-Borsten?

Nicht zwingend besser, aber definitiv sicherer. Naturborsten (Pferdehaar, Ziegenhaar) sind garantiert weicher als Solarglas und bieten maximale Schonung. Allerdings sind sie pflegeintensiver, weniger langlebig und teurer. Hochwertige PBT- oder Polyester-Borsten mit Solar-Zertifizierung sind für die meisten Anwender die bessere Wahl: langlebig, wetterbeständig und genauso schonend bei korrekter Spezifikation.

Wie oft sollte ich die Bürste austauschen?

Das hängt von der Nutzungsfrequenz ab. Bei privater Nutzung (2-4 Reinigungen pro Jahr) hält eine hochwertige Bürste 3-5 Jahre. Intensivnutzer (monatliche Reinigung) sollten jährlich prüfen und alle 1-2 Jahre austauschen. Professionelle Reiniger wechseln Bürstenköpfe alle 6-12 Monate. Wichtig: Tauschen Sie die Bürste sofort aus, wenn Borsten verhärten, ungleichmäßig abgenutzt sind oder mehr als 20% fehlen.

Kann eine zu weiche Bürste überhaupt noch richtig reinigen?

Ja! Tatsächlich ist die Reinigungsleistung weniger von der Borstenhärte als von der Reinigungstechnik abhängig. Eine weiche Bürste mit ausreichender Einweichzeit und der richtigen Reinigungslösung entfernt Verschmutzungen genauso effektiv wie eine härtere – nur eben schonender. Hartnäckiger Schmutz erfordert längere Einwirkzeit, nicht mehr Druck. Bei richtiger Anwendung ist „zu weich“ praktisch unmöglich.

Was bedeutet „Solar-zertifiziert“ bei Bürsten?

Eine Solar-Zertifizierung bedeutet, dass die Bürste von unabhängigen Prüfinstituten (z.B. TÜV) oder Modul Herstellern getestet wurde und nachweislich keine Schäden an Solarmodulen verursacht. Geprüft werden Borstenhärte, Materialzusammensetzung, Abriebfestigkeit und die Auswirkung auf Antireflexbeschichtungen. Achten Sie auf konkrete Siegel-Nummern – vage „geeignet für Solar“-Aufdrucke ohne Prüfnachweis sind wertlos.

Brauche ich unterschiedliche Bürsten für verschiedene Modultypen?

In den meisten Fällen nein. Eine hochwertige, weiche Solarmodul-Bürste funktioniert für alle gängigen Modultypen (mono-, polykristallin, Dünnschicht). Ausnahmen: Bei rahmenlosen Glas-Glas-Modulen empfehlen sich Bürsten mit abgerundeten Ecken oder Schutzkanten. Für bifaziale Module (beidseitig aktiv) können spezielle doppelseitige oder schwenkbare Bürsten die Arbeit erleichtern, sind aber nicht zwingend erforderlich.

Wie erkenne ich, ob meine Bürste Kratzer verursacht hat?

Kratzer zeigen sich als feine Linien, die im Gegenlicht oder bei schrägem Lichteinfall sichtbar werden. Untersuchen Sie die Module nach der Reinigung bei trockener Oberfläche und unterschiedlichen Lichtwinkeln. Moderne Kratzer erscheinen als helle, matte Linien. Wichtig: Manche vermeintlichen „Kratzer“ sind nur Schlieren von Reinigungsmittelrückständen – diese verschwinden beim Nachspülen. Echte Kratzer bleiben dauerhaft sichtbar.

Kann ich die gleiche Bürste für Balkonkraftwerke und Photovoltaik-Anlagen nutzen?

Absolut! Eine qualitativ hochwertige Solarmodul-Bürste ist universell einsetzbar – das Glas und die Beschichtungen sind identisch, unabhängig von der Anlagengröße. Der einzige Unterschied liegt in der praktischen Handhabung: Für Balkonkraftwerke (2-4 Module) genügt oft eine kürzere Teleskopstange und kleinere Bürstenfläche. Für große Dachanlagen sind breite Bürsten (35-45 cm) effizienter. Der Bürstenkopf selbst kann aber derselbe sein.

Fazit: Die richtige Bürste schützt Ihre Investition

Die Wahl der richtigen Bürste ist keine Nebensächlichkeit – sie entscheidet über den langfristigen Ertrag und die Lebensdauer Ihrer Solaranlage. Eine falsche Bürste kann innerhalb weniger Reinigungen irreversible Schäden an der Antireflexbeschichtung verursachen, die Sie über 20 Jahre hinweg tausende Euro kosten.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Material ist König: Weiche Polyester-, PBT-Borsten oder Naturhaar mit maximal 3 Mohs-Härte sind sicher
  • Härtegrad schlägt Preis: Investieren Sie lieber 70 Euro in eine zertifizierte Bürste als 15 Euro in ein Risiko-Produkt
  • Borstenlänge 30-45 mm bietet die optimale Balance zwischen Reinigungskraft und Schonung
  • Teleskopstangen sollten mindestens 1 Meter länger sein als die tatsächlich benötigte Reichweite
  • Niemals trocken bürsten – Sand und Staub wirken sonst wie Schleifpapier
  • Regelmäßige Bürsten-Pflege verlängert die Lebensdauer und schützt Ihre Module

Die richtige Bürste kostet 50-80 Euro und hält bei guter Pflege 3-5 Jahre. Eine beschädigte Modulbeschichtung kostet Sie 2.000-4.000 Euro Ertragsverlust über die Lebensdauer Ihrer Anlage. Die Rechnung ist eindeutig. Jetzt handeln: Prüfen Sie Ihre aktuelle Reinigungsbürste anhand der Kriterien in diesem Artikel. Wenn Sie unsicher sind oder eine No-Name-Bürste ohne Zertifizierung verwenden, investieren Sie in ein hochwertiges Modell. Ihre Solarmodule werden es Ihnen danken.

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